Alltagsgeschichten | Hofübergabe
Die Zeit der Hofübergabe hing von verschiedenen Überlegungen ab und war nirgends festgelegt. Jeremias Gotthelf erwähnt in seinen Werken verschiedene Gründe für eine Übergabe – wenn ein Sohn heiratet, wenn der Bauer einen tüchtigen Sohn hat, dem er den Hof übergeben will, wenn der Bauern nicht mehr schwer arbeiten kann - und betont, dass einsichtige Väter ihren Nachkommen frühzeitig die Möglichkeit geben sollten, selbständig zu werden.

Die Hofübergabe wurde aber nicht selten von den Eltern hinausgezögert, besonders wenn sie auf die Einkünfte aus dem Hof angewiesen waren. Dies konnte ungünstige Folgen haben. So war den Nachkommen eine frühzeitige Eheschliessung verwehrt, und demzufolge wurden die Kinder erst spät geboren. Die verspätete Hofübergabe führte auch nicht selten zu einem unerfreulichen Verhältnis der Alten zu den Jungen. Wohl nicht umsonst verlangte Elisabeth Abt aus dem Tal von Waldenburg im Erbvergleich vom 22. November 1710, dass man anständig mit ihr umgehen solle, so «dass sie zu befügten Klägten kein Anlass gewinnen möge».

Das Freilichtmuseum Ballenberg ist im Winterschlaf. >> mehr