Alp- und Temporärsiedlungen | Alpgebäude von Champatsch Valchava GR (1825, 1846)


Nr. 1311
Die Alp Champatsch fand bereits in einer aus dem 15. Jahrhundert stammenden Urkunde namentliche Erwähnung. Umfassende archäologische Forschungen ergaben, dass der Siedlungsplatz innerhalb der Alpfläche mindestens zweimal verlegt worden ist.

Der bis 1984 benutzte letzte Standort wurde wahrscheinlich 1825 eingerichtet. Dieser Gebäudekomplex bestand aus vier Bauten, nämlich der grossen Sennhütte, einem kleinen Stall und einem grösseren Unterstand; in dem niedrigen, etwas abseits gelegenen Blockbau mit Pultdach wurden Schweine gehalten. In ihrer ursprünglichen Anordnung bestand die Sennhütte aus je einem bergseitig gelegenen Milch- und Käsekeller, während die Talseite ein grosser, bis unters Dach offener Raum einnahm, der zum Arbeiten, d.h. vor allem zur Käseherstellung, und zum Wohnen gleichermassen benutzt wurde. Die Wohnstube mit ihrem Steinofen ist erst 1950 eingebaut worden.

Kulturgeschichtlich gesehen ist der Unterstand, unter dem das Vieh bei schlechtem Wetter Schutz fand und gemolken wurde, älter als der kleine Stall; denn bis ins 19. Jahrhundert wurde ein gedeckter Unterstand – auch für krankes Vieh und Jungtiere – als vollkommen genügend erachtet.
Die am Herkunftsort in der Nähe der Alp gelegenen Quellen reichten für den Wasserbedarf von Mensch und Tier nicht aus. Im Nachbartal war deshalb ein kleiner Bergsee angezapft worden, um das kostbare Nass mittels einfacher Bodengräben herzuleiten.